WHISKY LEXIKON
HIER STEHT'S
Was bedeutet "Angel's Share" oder "Pot Still"?
Sind das "böhmische Dörfer" oder verwunschene Orte in den Highlands?
Schauen Sie doch einfach im Whisky-Lexikon nach. Entwickelt von Professor Schobert, enthält es mehr als 1800 Stichwörter. 150 der wichtigsten Fachbegriffe sind hier erklärt. Geben Sie einfach Ihren Suchbegriff ein oder verwenden Sie den Index.
Eigentümer Abfüllung
In diesem Buch und fast überall sonst verwendete Bezeichnung für die Malt Whiskies, die von ihrem Hersteller oder von der Firma abgefüllt und verkauft werden, der die Destillerie gehört. Sie werden auch Destillerie-, Hersteller- oder offizielle Abfüllung genannt, im Unterschied zu denen, die von den Unabhängigen auf den Markt gebracht werden. In Großbritannien liest man manchmal auch die etwas irreführende Bezeichnung markethouse. Eine Zwischenform ist, was die alteingesessene Firma Gordon & MacPhail als Lizenzabfüllung im Einverständnis mit dem Hersteller vornimmt, wie etwa beim Glenlivet, beim Linkwood oder dem Mortlach oder bei der »Allied«-Serie.
In diesem Buch und fast überall sonst verwendete Bezeichnung für die Malt Whiskies, die von ihrem Hersteller oder von der Firma abgefüllt und verkauft werden, der die Destillerie gehört. Sie werden auch Destillerie-, Hersteller- oder offizielle Abfüllung genannt, im Unterschied zu denen, die von den Unabhängigen auf den Markt gebracht werden. In Großbritannien liest man manchmal auch die etwas irreführende Bezeichnung markethouse. Eine Zwischenform ist, was die alteingesessene Firma Gordon & MacPhail als Lizenzabfüllung im Einverständnis mit dem Hersteller vornimmt, wie etwa beim Glenlivet, beim Linkwood oder dem Mortlach oder bei der »Allied«-Serie.
Einzelfass Abfüllungen
Sie sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden, weil sie in ganz besonderer Weise der Tatsache Rechnung tragen, daß Single Malts hochindividuelle Getränke sind, die sich nicht nur von Brennerei zu Brennerei erheblich unterscheiden, sondern bei denen kein einziges Faß einem zweiten gleicht. Die Unterschiede rühren her vom Mikroklima der warehouses, von der genauen Stelle, an der ein Faß lagert, von der Beschaffenheit des Fasses und natürlich auch von der Lagerdauer. Den großen Vorreiter bei der Abfüllung von single casks hat die Scotch Malt Whisky Society gespielt, der inzwischen immer mehr unabhängige Abfüller und in jüngster Zeit zunehmend mehr auch die Eigentümer der Brennereien folgen. Sie haben oft gegen die Einzelfaß-Abfüllung eingewendet, sie könne Erwartungen enttäuschen, wenn ein Verbraucher plötzlich eine Abfüllung bekäme, die anders schmecke als die gewohnte; deren Konsistenz werde dadurch gewährleistet, daß durch sorgfältige Auswahl der Fässer bei aller Individualität Einheitlichkeit gewonnen werden könne. Tatsächlich muß zugegeben werden, daß manche reguläre Abfüllung weit besser gelungen ist als so manche Einzelfaß-Abfüllung, Fassstärke hin, Verzicht auf Kühlfilterung und Färbung her. Auf der anderen Seite besteht der Reiz von Single Malt genau darin, daß er jedesmal zu einem neuen sinnlichen Abenteuer werden kann. Deshalb haben sich letztlich auch die großen Firmen dem neuen Trend nicht entzogen, sondern bieten immer mehr solche Abfüllungen an. Die hervorragende Serie »Rare Malts« von UD/UDV ist ein gutes Beispiel dafür - und nur eines von vielen. Besonders Jubiläen werden gerne zum Anlaß genommen, das eine oder andere ganz besondere, oft besonders alte Faß herauszurücken. Selbst im lange sehr konservativen Amerika ist der Trend angekommen und schlägt sich dort in einer ganzen Reihe von sogenannten single barrel bottlings nieder.
Sie sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden, weil sie in ganz besonderer Weise der Tatsache Rechnung tragen, daß Single Malts hochindividuelle Getränke sind, die sich nicht nur von Brennerei zu Brennerei erheblich unterscheiden, sondern bei denen kein einziges Faß einem zweiten gleicht. Die Unterschiede rühren her vom Mikroklima der warehouses, von der genauen Stelle, an der ein Faß lagert, von der Beschaffenheit des Fasses und natürlich auch von der Lagerdauer. Den großen Vorreiter bei der Abfüllung von single casks hat die Scotch Malt Whisky Society gespielt, der inzwischen immer mehr unabhängige Abfüller und in jüngster Zeit zunehmend mehr auch die Eigentümer der Brennereien folgen. Sie haben oft gegen die Einzelfaß-Abfüllung eingewendet, sie könne Erwartungen enttäuschen, wenn ein Verbraucher plötzlich eine Abfüllung bekäme, die anders schmecke als die gewohnte; deren Konsistenz werde dadurch gewährleistet, daß durch sorgfältige Auswahl der Fässer bei aller Individualität Einheitlichkeit gewonnen werden könne. Tatsächlich muß zugegeben werden, daß manche reguläre Abfüllung weit besser gelungen ist als so manche Einzelfaß-Abfüllung, Fassstärke hin, Verzicht auf Kühlfilterung und Färbung her. Auf der anderen Seite besteht der Reiz von Single Malt genau darin, daß er jedesmal zu einem neuen sinnlichen Abenteuer werden kann. Deshalb haben sich letztlich auch die großen Firmen dem neuen Trend nicht entzogen, sondern bieten immer mehr solche Abfüllungen an. Die hervorragende Serie »Rare Malts« von UD/UDV ist ein gutes Beispiel dafür - und nur eines von vielen. Besonders Jubiläen werden gerne zum Anlaß genommen, das eine oder andere ganz besondere, oft besonders alte Faß herauszurücken. Selbst im lange sehr konservativen Amerika ist der Trend angekommen und schlägt sich dort in einer ganzen Reihe von sogenannten single barrel bottlings nieder.
Excise exciseman
Die Schande bleibt ihnen: Es waren die Schotten selbst, und nicht etwa die verhaßten Engländer, die als erste eine Steuer auf Whisky erhoben. 1644 war das, und der Grund dafür war, daß der König Geld brauchte, um den Kampf gegen die Engländer zu finanzieren. Auf die Idee gebracht hat sie vielleicht die Regierung der Niederlande, die, so R. J. S. McDowall in »The Whiskies of Scotland«, als erste (was nicht ganz stimmt: in Deutschland wurde auf exzessives Branntweintrinken schon 1360 eine Steuer erhoben) den Mut gehabt hatte, Alkohol zu besteuern. Den Holländern folgte, also doch, das englische Parlament, das 1643 eine Alkoholsteuer einführte, ebenfalls um die Armee zu bezahlen. Noch etwas könnte die Schotten trösten. Noch jede Regierung seither und wo auch immer hat sich schamlos bedient und sowohl die Hersteller als die Verbraucher dazu mißbraucht, ihren Staatshaushalt aufzubessern. In Schottland scheint sich zunächst kaum jemand um die neue Abgabe gekümmert zu haben. Sie geriet wieder in Vergessenheit. Der paradiesische Zustand fand ein Ende nach der Vereinigung der beiden Königreiche Schottland und England durch die »Union of Parliaments« im Jahr 1707. Im gleichen Jahr wurde das »Board of Excise« (das Wort bezeichnet eine Abgabe, die auf heimische Produkte erhoben wird) verabschiedet, und die Regierung versuchte nun auch in ihrem neuen Einflußgebiet, was sie bereits an Weihnachten (!) 1661 in Irland getan hatte: die Herstellung von Whisky für illegal zu erklären. In Irland, sagt man, sei damals eine ganze Nation zu Schwarzbrennern gemacht worden. Die Iren sprechen seitdem vom legalen, also besteuerten als »Parlamentswhiskey« und glauben, zum Teil bis heute, daß es zu den Menschenrechten gehöre, sich seinen poitín destillieren zu dürfen. In beiden Ländern begann eine Zeit, in der immer neuen Versuchen der Regierung in London, die excise durchzusetzen, die Bemühungen der Einheimischen gegenüberstanden, sich den Auflagen und Lasten zu entziehen. Die Versuche der Regierung waren meist mit Erhöhungen verbunden und in dem Maß, wie die Steuern stiegen, stiegen auch die Anstrengungen, illegal zu destillieren und den Schwarzgebrannten zu schmuggeln. Die Regierung setzte excisemen ein, die einen gefährlichen Beruf ausübten. Sie bekamen Prämien für das Aufspüren und Zerstören von Equipment und von flüssigen Vorräten. Die Schwarzbrenner gingen nicht zimperlich mit ihnen um und es waren nicht wenige, die ihren Diensteifer mit schweren Verletzungen oder sogar dem Tod bezahlten. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, daß sie die bestgehaßten Leute des Landes waren. Ihre Position wurde nicht verbessert dadurch, daß auch viele eigentlich regierungstreue Grundbesitzer oder sogar Richter und Rechtsanwälte nichts dabei fanden, Schwarzgebrannten zu kaufen und zu trinken.Wie sollten sie auch, verlangte doch selbst der englische König George IV bei einem Besuch in den Highlands nach einen Glenlivet. Er wußte genau, daß der Whisky nicht legal hergestellt war. Die Iren und die Highlander wiederum fanden in der Illegalität sogar zu einer neuen Identität. Jedenfalls gibt es Hunderte von Geschichten über die phantasievollen Schnippchen, die man den Zöllnern schlug. Die Taten der Schmuggler gehören zur irischen und schottischen Folklore, wie etwa die des Gottesmannes Magnus Eunson, der auf Orkney selbst seine Kanzel benutzte, um den Stoff zu verstecken, oder wie die Anekdoten um Helen, die Vorfahrin der Cummings, die Cardhu aufbauten. Auf der anderen Seite gibt es freilich auch prominente Namen zu erwähnen. Der schottische Nationaldichter Robert Burns fand eine Zeitlang sein Auskommen als exciseman; er schrieb das berühmte Gedicht »Der Teufel ist fort mit dem Zöllner« und betrauerte den Untergang der Ferintosh Distillery (die von der Steuer befreit war!). Der Autor Neil Gunn fand bei seiner Arbeit als exciseman in Glen Mhor die Zeit, sechs Romane und das Buch »Whisky and Scotland« zu schreiben. Auch S. W. Stillett, Autor von »Illicit Scotch« war Zöllner und arbeitete in Keith. Unter dem Pseudonym Keith Bond erzählte Jimmy Brown 1996 seine »Memoirs of An Exciseman«, in denen er den Spieß herumdreht und vergnügliche Geschichten davon erzählt, wie er seine schwarzen Schafe ertappt und gestellt hat. Auch in den USA verspürte die Regierung bald den Drang, die Herstellung von Whiskey zu regulieren. Dort ist es sogar zu einer veritablen »Whiskey Rebellion« gekommen, die unrühmlich mit dem Namen von George Washington verbunden ist, der sogar selbst Whiskey gemacht hat. Er erhob 1791 eine Steuer, die der Finanzstaatssekretär Alexander Hamilton vorgeschlagen hatte. Sogleich erhob sich Widerstand, es kam zu ersten Auseinandersetzungen zwischen Regierungsbeauftragten und den Farmern, die es als natürliches Recht ansahen, das Getreide, das sie nicht zum Essen brauchten, zu destillieren. Man errichtete »Freiheitsbäume« und es waren schließlich 12000 Soldaten notwendig, um die Rebellion niederzuschlagen. In Europa, in Schottland und Irland, wurden derweil dreißigmal zwischen 1707 und 1820 die Vorschriften geändert. Aber erst die Gesetze, die 1822 und 1823 erlassen wurden, schafften es, die Gesetzesbrecher in Schottland und Irland zu bekehren. Sie waren in ihren Augen so fair, daß es sich lohnte, Steuern zu bezahlen und legal zu werden. Die Kosten für eine Lizenz wurden ebenso gesenkt wie die Steuern für eine Gallone und die Mindestgröße für eine still mußte jetzt 40 Gallonen sein. Die Brennereien wurden verpflichtet, einem exciseman auf ihrem Gelände ein Haus zu bauen und ihm zu jeder Zeit und überall ungehindert Zutritt zu gewähren (erst Maggie Thatcher rationalisierte den Mann mit dem berühmten zweiten Schlüssel aus den Destillerien weg). Der erste, der eine Lizenz nach dem neuen Gesetz erwarb, war George Smith von eben jener Glenlivet Distillery. Waren 1823 noch 14000 Gesetzesverstöße aufgedeckt worden, so fiel die Zahl jetzt dramatisch, 672 waren es 1834 und vierzig Jahre später nur noch sechs. Das Zeitalter der Legalität hatte begonnen. Zur Zufriedenheit bestand dennoch kein Anlaß. Zwar gab es jetzt eine gesicherte Basis für die Produktion und auch die Exporte nach England waren fair geregelt. Dennoch mußte der Whisk(e)y mit schöner Regelmäßigkeit dazu herhalten, den Staatssäckel zu füllen. Von 1923 bis heute sind die Steuern ständig gestiegen. Eine Ausnahme war nur das Jahr 1973. Dafür wurde damals die Mehrwertsteuer eingeführt. Alan S. Gray hat in seiner »Scotch Whisky Industrial Review« die Daten zusammengetragen: 1855 mußten, nach heutiger Währung, für den Liter reinen Alkohol 15 Pence berappt werden, 1968 waren es 7.26 Pfund und heute sind es 19.56 Pfund, zu denen noch 17.5% Mehrwertsteuer kommen. Diese Zahlen machen verständlich, warum eine Flasche Malt im Vereinigten Königreich teurer ist als in Deutschland.
Die Schande bleibt ihnen: Es waren die Schotten selbst, und nicht etwa die verhaßten Engländer, die als erste eine Steuer auf Whisky erhoben. 1644 war das, und der Grund dafür war, daß der König Geld brauchte, um den Kampf gegen die Engländer zu finanzieren. Auf die Idee gebracht hat sie vielleicht die Regierung der Niederlande, die, so R. J. S. McDowall in »The Whiskies of Scotland«, als erste (was nicht ganz stimmt: in Deutschland wurde auf exzessives Branntweintrinken schon 1360 eine Steuer erhoben) den Mut gehabt hatte, Alkohol zu besteuern. Den Holländern folgte, also doch, das englische Parlament, das 1643 eine Alkoholsteuer einführte, ebenfalls um die Armee zu bezahlen. Noch etwas könnte die Schotten trösten. Noch jede Regierung seither und wo auch immer hat sich schamlos bedient und sowohl die Hersteller als die Verbraucher dazu mißbraucht, ihren Staatshaushalt aufzubessern. In Schottland scheint sich zunächst kaum jemand um die neue Abgabe gekümmert zu haben. Sie geriet wieder in Vergessenheit. Der paradiesische Zustand fand ein Ende nach der Vereinigung der beiden Königreiche Schottland und England durch die »Union of Parliaments« im Jahr 1707. Im gleichen Jahr wurde das »Board of Excise« (das Wort bezeichnet eine Abgabe, die auf heimische Produkte erhoben wird) verabschiedet, und die Regierung versuchte nun auch in ihrem neuen Einflußgebiet, was sie bereits an Weihnachten (!) 1661 in Irland getan hatte: die Herstellung von Whisky für illegal zu erklären. In Irland, sagt man, sei damals eine ganze Nation zu Schwarzbrennern gemacht worden. Die Iren sprechen seitdem vom legalen, also besteuerten als »Parlamentswhiskey« und glauben, zum Teil bis heute, daß es zu den Menschenrechten gehöre, sich seinen poitín destillieren zu dürfen. In beiden Ländern begann eine Zeit, in der immer neuen Versuchen der Regierung in London, die excise durchzusetzen, die Bemühungen der Einheimischen gegenüberstanden, sich den Auflagen und Lasten zu entziehen. Die Versuche der Regierung waren meist mit Erhöhungen verbunden und in dem Maß, wie die Steuern stiegen, stiegen auch die Anstrengungen, illegal zu destillieren und den Schwarzgebrannten zu schmuggeln. Die Regierung setzte excisemen ein, die einen gefährlichen Beruf ausübten. Sie bekamen Prämien für das Aufspüren und Zerstören von Equipment und von flüssigen Vorräten. Die Schwarzbrenner gingen nicht zimperlich mit ihnen um und es waren nicht wenige, die ihren Diensteifer mit schweren Verletzungen oder sogar dem Tod bezahlten. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, daß sie die bestgehaßten Leute des Landes waren. Ihre Position wurde nicht verbessert dadurch, daß auch viele eigentlich regierungstreue Grundbesitzer oder sogar Richter und Rechtsanwälte nichts dabei fanden, Schwarzgebrannten zu kaufen und zu trinken.Wie sollten sie auch, verlangte doch selbst der englische König George IV bei einem Besuch in den Highlands nach einen Glenlivet. Er wußte genau, daß der Whisky nicht legal hergestellt war. Die Iren und die Highlander wiederum fanden in der Illegalität sogar zu einer neuen Identität. Jedenfalls gibt es Hunderte von Geschichten über die phantasievollen Schnippchen, die man den Zöllnern schlug. Die Taten der Schmuggler gehören zur irischen und schottischen Folklore, wie etwa die des Gottesmannes Magnus Eunson, der auf Orkney selbst seine Kanzel benutzte, um den Stoff zu verstecken, oder wie die Anekdoten um Helen, die Vorfahrin der Cummings, die Cardhu aufbauten. Auf der anderen Seite gibt es freilich auch prominente Namen zu erwähnen. Der schottische Nationaldichter Robert Burns fand eine Zeitlang sein Auskommen als exciseman; er schrieb das berühmte Gedicht »Der Teufel ist fort mit dem Zöllner« und betrauerte den Untergang der Ferintosh Distillery (die von der Steuer befreit war!). Der Autor Neil Gunn fand bei seiner Arbeit als exciseman in Glen Mhor die Zeit, sechs Romane und das Buch »Whisky and Scotland« zu schreiben. Auch S. W. Stillett, Autor von »Illicit Scotch« war Zöllner und arbeitete in Keith. Unter dem Pseudonym Keith Bond erzählte Jimmy Brown 1996 seine »Memoirs of An Exciseman«, in denen er den Spieß herumdreht und vergnügliche Geschichten davon erzählt, wie er seine schwarzen Schafe ertappt und gestellt hat. Auch in den USA verspürte die Regierung bald den Drang, die Herstellung von Whiskey zu regulieren. Dort ist es sogar zu einer veritablen »Whiskey Rebellion« gekommen, die unrühmlich mit dem Namen von George Washington verbunden ist, der sogar selbst Whiskey gemacht hat. Er erhob 1791 eine Steuer, die der Finanzstaatssekretär Alexander Hamilton vorgeschlagen hatte. Sogleich erhob sich Widerstand, es kam zu ersten Auseinandersetzungen zwischen Regierungsbeauftragten und den Farmern, die es als natürliches Recht ansahen, das Getreide, das sie nicht zum Essen brauchten, zu destillieren. Man errichtete »Freiheitsbäume« und es waren schließlich 12000 Soldaten notwendig, um die Rebellion niederzuschlagen. In Europa, in Schottland und Irland, wurden derweil dreißigmal zwischen 1707 und 1820 die Vorschriften geändert. Aber erst die Gesetze, die 1822 und 1823 erlassen wurden, schafften es, die Gesetzesbrecher in Schottland und Irland zu bekehren. Sie waren in ihren Augen so fair, daß es sich lohnte, Steuern zu bezahlen und legal zu werden. Die Kosten für eine Lizenz wurden ebenso gesenkt wie die Steuern für eine Gallone und die Mindestgröße für eine still mußte jetzt 40 Gallonen sein. Die Brennereien wurden verpflichtet, einem exciseman auf ihrem Gelände ein Haus zu bauen und ihm zu jeder Zeit und überall ungehindert Zutritt zu gewähren (erst Maggie Thatcher rationalisierte den Mann mit dem berühmten zweiten Schlüssel aus den Destillerien weg). Der erste, der eine Lizenz nach dem neuen Gesetz erwarb, war George Smith von eben jener Glenlivet Distillery. Waren 1823 noch 14000 Gesetzesverstöße aufgedeckt worden, so fiel die Zahl jetzt dramatisch, 672 waren es 1834 und vierzig Jahre später nur noch sechs. Das Zeitalter der Legalität hatte begonnen. Zur Zufriedenheit bestand dennoch kein Anlaß. Zwar gab es jetzt eine gesicherte Basis für die Produktion und auch die Exporte nach England waren fair geregelt. Dennoch mußte der Whisk(e)y mit schöner Regelmäßigkeit dazu herhalten, den Staatssäckel zu füllen. Von 1923 bis heute sind die Steuern ständig gestiegen. Eine Ausnahme war nur das Jahr 1973. Dafür wurde damals die Mehrwertsteuer eingeführt. Alan S. Gray hat in seiner »Scotch Whisky Industrial Review« die Daten zusammengetragen: 1855 mußten, nach heutiger Währung, für den Liter reinen Alkohol 15 Pence berappt werden, 1968 waren es 7.26 Pfund und heute sind es 19.56 Pfund, zu denen noch 17.5% Mehrwertsteuer kommen. Diese Zahlen machen verständlich, warum eine Flasche Malt im Vereinigten Königreich teurer ist als in Deutschland.
