Kühlfilterung
Bezeichnung für ein Verfahren, das bei der Abfüllung von Whiskies in Flaschen angewendet wird. Es darf nicht mit anderen Methoden des Filtrierens, insbesondere nicht mit dem in Tennessee praktizierten leaching verwechselt werden. Whiskies enthalten sogenannte congeners, bestimmte Stoffe, meist Fette, die sie unter bestimmten Umständen wolkig und trübe werden lassen, insbesondere dann, wenn sie kalt serviert oder mit Wasser verdünnt werden. Die Hersteller von Blends und besonders die, die Single Malts in Eigentümerabfüllungen anbieten, glauben, daß man das den Verbrauchern nicht zumuten könne. Deshalb kühlen sie die Whiskies auf etwa 5° herab, eine Temperatur, bei der sich diese angeblich unerwünschten Stoffe verfestigen und mit Filtern extrahieren lassen. Das Problem ist nur, daß eben diese Stoffe auch Geschmacksträger sind. Deshalb legen andere Abfüller, meist die
unabhängigen, Wert darauf, ihre Whiskies naturbelassen, also ohne sie zu kühlen und zu filtern, abzufüllen. Pionier dieser Anschauung und einer veränderten Praxis war, wieder einmal, die Scotch Malt Whisky Society. Ihr Insistieren auf das Recht des Liebhabers auf den vollen Geschmack hat mittlerweile Schule gemacht. Es sind nicht mehr nur die Unabhängigen, sondern auch die großen Firmen, die nicht mehr kühlfiltrieren. So hat z.B. schon UD, also die jetzige UDV auf den Flaschen ihrer Reihe »Rare Malts« darauf hingewiesen, daß sie Schleier bekommen können, folgt man der Empfehlung, diese Malts in cask strength vor dem Genuß mit etwas Wasser zu verdünnen. Der Kenner weiß, daß eben dies die Garantie dafür ist, daß die Whiskies in dem natürlichen Zustand abgefüllt wurden, den sie nach der Faßlagerung erreicht haben.